Worst Case – Insolvenz der Baufirma

Was tun, wenn der Baupartner Pleite geht? Die Insolvenz des Vertragspartners ist das Worst Case für jeden Bauherrn. Wenn die Baufirma oder der Handwerksbetrieb Pleite gehen kostet das viel Zeit und Geld für die eigene Baustelle. Es kann Monate dauern, bis feststeht wie und mit welchem Vertragspartner es weitergehen kann.

Ist das Insolvenzverfahren einmal eröffnet, geht es nur noch um Schadensbegrenzung. Die Wahrscheinlichkeit, dass irgendwann Schadenersatzzahlungen für die entstehen Mehrkosten gleistet werden, ist mehr als gering. Womit können sich Bauherren vor einer drohenden Insolvenz schützen, wie erkennt man die Anzeichen und was ist im schlimmsten Falle zu tun?

 

Auf welche Vorzeichen achten?

Geraten die Arbeiten auf der Baustelle ins Stocken und verlangt die Baufirma immer mehr Abschlagszahlungen mit fadenscheinigen Ausreden, liegen die ersten Anzeichen bereits vor. Wenn Subunternehmer darüber hinaus die Baustelle mit ihren Geräten räumen und selbst Baumaterial einpacken, können sich Bauherren sehr sicher darüber sein, was bereits unausweichlich ist. Die Insolvenz!

Die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens kann über nachfolgenden Link abgerufen werden.

https://www.insolvenzbekanntmachungen.de/

Oftmals verschleiern einige Baufirmen ihre finanzielle Lage und verschleppen ihre Insolvenz. Dahinter steckt nicht immer ein schlechter Gedanke. Viele Firmen versuchen sich zu retten und hoffen auf große Folgeaufträge, die sie aus der Schieflage befreien. Meist vergeblich, da der Karren oftmals bereits tief im Dreck steckt.

 

Maßnahmen treffen!

Sobald die Bauherren die finanziellen Probleme der Baufirma erkennt, sollten nur noch Zahlungen vorgenommen werden, die auch dem mangelfreien Bautenstand entsprechen.

Im Falle der Insolvenzeröffnung müssen die Bauherren sich um den Erhalt ihres Eigentums kümmern. Dazu muss umgehend ein Sachverständiger den aktuellen Bautenstand aufnehmen und dokumentieren. Er stellt fest, welche Mängel vorliegen, welche Maßnahmen für den Weiterbau getroffen werden müssen und welchen Wert das Grundstück mit dem aktuellen Bautenstand hat.

Sobald das Insolvenzverfahren eröffnet wurde, gilt es umgehend den Insolvenzverwalter zu kontaktieren. Die Bauherren müssen ihn zur Erklärung auffordern, ob er den Bau- oder Bauträgervertrag weiterführen wird. In den meisten Fällen wird er dies ablehnen. Bevor die Restarbeiten jedoch an andere Baufirmen vergeben werden, sollten die Bauherren innerhalb einer angemessenen Frist die Antwort des Insolvenzverwalters abwarten. Andernfalls riskieren sie, den insolventen un den neuen Vertragspartner bezahlen zu müssen.

Hat der Bauherr seine Zahlungen wegen nicht rechtzeitiger Herstellung oder vorliegenden Mängeln zu Recht einbehalten, steht ihm auch im Insolvenzverfahren das Zurückbehaltungsrecht zu. Entscheidet sich der Insolvenzverwalter gegen die Erfüllung des Vertrages, kann der Bauherr diese Mittel dazu verwenden, um die Arbeiten durch andere Baufirmen weiterführen zu lassen.

 

Bauherrentipp: Bauherren sollten zunächst Ruhe bewahren, nicht in blinden Aktionismus verfallen und sich keinesfalls vom Insolvenzverwalter einschüchtern lassen.

 

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