Wie der Staat mit anpackt

Über die „Kreditanstalt für Wiederaufbau“ (kurz: KfW) fördert der Staat Bauen und Wohnen. Besonders unterstützt werden Energieeffizienzmaßnahmen. Hier die beiden wichtigsten Förderprogramme für einen Neubau.

Das Wohneigentumsprogramm

Die Förderkriterien sind hier recht einfach: es muss sich um eine Wohnimmobilie handeln und man zieht selbst ein. Für diese Förderung muss nicht mal selbst gebaut werden, sie gilt auch beim Erwerb bestehender Immobilien. Gefördert wird mit einem Darlehen in Höhe von € 50.000,-.

Der Vorteil dieses Förderprogrammes liegt in dem subventionierten Zins. Bei einem Darlehen aus dem Wohneigentumsprogramm mit zehn Jahren Zinsbindung und 35 Jahren theoretischer Gesamtlaufzeit zahlt man heute 2,00%.

2,00%, ist das gut bei den aktuellen Niedrigzinsen?

Kommt drauf an.  Bei dem „normalen“ Darlehen bei der Bank hängt die Höhe des Zinses ab von dem Verhältnis „Wert der Immobilie / Höhe des Darlehens“. Wer mit viel Eigenkapital ans Werk geht und zum Beispiel nur 60% fremdfinanziert, bekommt von der Bank in der Regel deren Top-Zins; schließlich hat das Kreditinstitut ja deutlich mehr Sicherheit als Risiko. Wo jedoch das Eigenkapital knapp ist und die Bank vielleicht sogar die kompletten Kosten übernimmt, ist der Zins deutlich teurer. Hier ist für die Bank das Risiko höher, dass im Verwertungsfall durch den Erlös nicht das komplette Darlehen zurückgezahlt werden kann. Mehr Risiko = höherer Zins, weniger Risiko = geringerer Zins.

Diese Überlegung ist für die KfW nicht von Bedeutung. Der Zins ist für alle Kunden derselbe. Wer wenig Eigenkapital einbringen kann, der freut sich über den günstigen KfW-Zins. Wer jedoch schon viel gespart hat oder von der Familie unterstützt wird, verzichtet großzügig auf das Geld der KfW und nimmt den günstigeren Zinssatz der Bank.

Beachten sollte der neue Immobilieneigentümer noch zwei weitere Eigenschaften des Wohneigentumsprogrammes: Die Zinsbindung beträgt maximal zehn Jahre. Sonderzahlungen oder Änderungen des Tilgungssatzes sind nicht vorgesehen.

 

Energieeffizient bauen

Dieses Thema liegt der KfW noch näher am Herzen. Dem verleiht sie mit einem Zins von 1,25% Ausdruck. Abgerufen werden können € 50.000,- pro Wohneinheit. Als weitere Wohneinheit gilt bereits eine Einliegerwohnung.

Die Förderbedingungen sind hier etwas strenger als beim Wohneigentumsprogramm. Während es hier egal ist, ob man selbst einzieht, muss es auch wieder eine Wohnimmobilie sein.  Zusätzlich muss es sich zumindest um ein „KfW-Effizienhaus 70“ handeln. „KfW 70“ bedeutet, das neue Haus hat einen Energiebedarf von nur 70% des Bedarfes eines Neubaus, der den Mindestbedingungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) entspricht. Ob es sich um ein „KfW-Effizienzhaus 70“ handelt, das muss von einem Sachverständigen geprüft und bestätigt werden. Der Sachverständige muss von der KfW anerkannt sein. Erreicht das neue Gebäude das KfW-Effizienzhaus-Niveau 50 oder 40, beteiligt sich die KfW sogar an der Rückzahlung. Die KfW übernimmt dann 5% (bei „KfW 50“) und sogar 10% (bei „KfW 40“) der Darlehenssumme.

Die Zinsbindung beträgt wiederum maximal zehn Jahre. Wer Geld für Sonderzahlungen übrig hat, kann damit problemlos zusätzliche Tilgungen leisten.

Wer in den Genuss der staatlichen Förderungen kommen möchte, wendet sich einfach an seine Bank oder seinen Finanzierungsberater. Dort kümmert man sich um den Abruf der Förderung bei der KfW.

Die Zinssätze beider KfW-Programme können sogar noch niedriger sein. Wer sich für eine schnellere Rückzahlung entscheidet, bekommt von der KfW einen Nachlass. Manche Banken geben einen Teil der Vergütung, die sie von der KfW für die Durchleitung erhalten, an ihre Kunden weiter. Dadurch sind individuelle Rabatte möglich und die Finanzierung wird nochmal günstiger.

 

Autor: Baugeld Spezialisten Bonn – Stefan Frisch

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