Verträge am Bau, der Werkvertrag

werkvertrag

Meist einmal im Leben tummeln sich Bauherren auf dem Markt und suchen nach dem richtigen Baupartner. Ist er gefunden und der Rahmen zur Verwirklichung des Traumhauses abgesteckt, geht es um die Vertragsgestaltung. Meistens beginnen gerade hier die Probleme.

Wer ein Haus baut, lässt dieses in der Regel durch einen Bauunternehmer durchführen. Damit gehen Bauherr und Bauunternehmer eine “Ehe auf Zeit” ein. Beide verfolgen ein Ziel und mehr oder weniger einen Traum. Die Bauherren wollen ihr erschwingliches Traumobjekt und die Bauunternehmer dieses verwirklichen und damit Geld verdienen. Damit am Ende ein fertiges Haus vor ihnen steht, werden den Bauherren viele Handwerker von unterschiedlichen Firmen während der Bauphase über den Weg laufen. Die Generalunternehmer von früher gibt es kaum noch, daher wird vieles, wenn nicht sogar (fast) alles von Subunternehmern durchgeführt.

Der Bauunternehmer hält das Ruder in der Hand und verteilt die Aufträge für einzelne Gewerke an seine Subunternehmer. Auch diese haben Verträge und wollen Geld verdienen. Somit haben wir mehrere Vertragsbeziehungen in unserer Gleichung. Den Werkvertrag zwischen Bauherren und Bauunternehmer, sowie die einzelnen Verträge der Subunternehmer mit der Baufirma. Mit Letzterem haben Sie als Bauherren gar nichts zu schaffen.

Konzentrieren wir uns somit auf den Werkvertrag zwischen Ihnen, dem Bauherren, und der Baufirma.

Um Rechte und Pflichten zwischen den Vertragsparteien zu regeln, gibt es einen Werkvertrag. Dieser regelt die Beziehungen zwischen dem Auftraggeber, dem Bauherren, und den Auftragnehmer, der Baufirma. Dieses Vertragswerk zeigt, neben der Bau- und Leistungsbeschreibung, wie am Ende das gewünschte Traumhaus aussehen soll. In welcher Form, Qualität, Zeit und zu welchem Preis.werkvertrag

Damit während oder am Ende der Bauphase die Bauherren und die Baufirma dieselbe Sprache sprechen, gehört jedes Detail in den Vertrag. Was verhandelt wird,  gehört dort rein und muss schriftlich vermerkt werden. Spätere Änderungen gehören ebenfalls schriftlich vermerkt. Das Ausstattungsmerkmal “höherwertige Badausstattung” reicht hier keinesfalls aus! Bei Streitigkeiten werden immer zwei unterschiedliche Definitionen über das Wort “höherwertige” vorliegen.

Oftmals wissen Bauherren am Anfang noch nicht einmal, welche Badmöbel oder genaue Fliesen am Ende im Bad verbaut werden sollen. Meist ändern sich solche Dinge in der Bemusterung, oder während der Bauphase. Damit kein böses Erwachen kommt, kann man sich hier mit Preisgrenzen behelfen. Achten Sie aber darauf, dass es sich dabei um Ihren Preis handelt und nicht um einen eventuellen Einkaufpreis der Baufirma.

Nicht nur beim Preis oder der Ausstattung sollten Sie aufmerksam hinschauen. Auch die Frage nach der Zahlung während der Bauphase sollten Bauherren hinterfragen. Vereinbaren Sie Abschlagszahlungen, die sich dann auch mit dem Bautenstand in der Waage halten. Diese Zahlungen sollten erst nach Abschluss des jeweiligen Gewerkes und mangelfreier Übergabe erfolgen. Bei vorhandenen Mängeln überweisen Sie nie den gesamten Betrag, sondern behalten sich einen angemessen Betrag ein.

Ebenso sollten die Abschlagszahlungen nicht an die Baufirma direkt erfolgen, sondern an ein Treuhandkonto gezahlt werden. Um sicher zu sein, dass Sie in guten Händen sind, suchen Sie vor der Vertragsunterzeichnung ruhig den Kontakt zu den Treuhändern. Alle Zahlungen zu den im Werkvertrag enthaltenen Leistungen gehen ausschließlich auf dieses Treuhandkonto.

Neben der Baupreissumme, Qualität und dem Umfang der Leistung spielt die Zeit eine wichtige Rolle. Der Fertigstellungstermin! Formulierungen, wie: “6 Monate nach Bodenplatte”, oder ähnliches sollten die Bauherren gleich vergessen. Schreiben Sie einen fixen Endtermin, z.B. 15. September 2013, in den Vertrag und regeln Sie was passieren soll, wenn dieser Überschritten wird. Das schafft Planungssicherheit und lässt den Bauherren am Ende nicht auf Mehrkosten (Miete plus Abtragung, Bereitstellungszinsen, Zwischenfinanzierung, etc.) sitzen.

Sind alle Eckpunkte im Werkvertrag ausformuliert, dann fehlt am Ende nur noch die Unterschrift unter diesem besonderen Werk. Wichtig ist es, auf wirklich jeder Seite im Werkvertrag zu unterschreiben, oder diese zumindest abzuzeichnen. Dies soll kein Misstrauen dem Baupartner gegenüber sein! Aber Missverständnisse am Ende oder während der Bauzeit können damit gleich von vorneherein ausgeschlossen werden.

Auch eine Ehe beginnt oftmals rosarot und kann böse enden.

Seriöse Baupartner werden mit den zuvor genannten Punkten keine Probleme haben. Fangen bereits hier die Diskussionen an, stehen Sie auf und gehen. Dann wissen Sie, dass Sie für Ihr Projekt den falschen Partner vor sich haben.

 

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