Teil 3 – Die Baufirma

Wer ein Haus baut, möchte dieses selbstverständlich schick und günstig erstellen lassen. „Geiz ist Geil“ ist nicht überall angebracht. Aber gerade im Hausbausektor weit verbreitet. Die Menschen wollen schicke Häuser zu günstigen Preisen. Damit teilen sich seriöse Baufirmen mit den „Anderen“ einen hartumkämpften Markt.

Heutige Materialien und Methoden machen günstiges bauen bis zu einem gewissen Grad möglich. Die teuren Winterbaustellen müssen nicht mehr sein. Neubauten können über das ganze Jahr hinweg hochgezogen werden. Kommt der Winter, kommen große Zelte über die Rohbauten oder Bautrockner zum Einsatz. Möglich? Ja! Baufirmen gehen diesen Trend und machen es möglich. Allerdings verlangen diese ihren Preis, bieten im Gegenzug aber auch die Qualität.

Ob der hohe Preis in das Budget der Bauherren passt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Schnell bauen, obwohl die Baukosten hoch sind, kann dennoch günstiger sein. Die doppelte Belastung durch bspw. eine zusätzliche Miete entfällt. Bei Umzug in eine andere Stadt erhöht sich zudem die Planungssicherheit. In der Summe kann sogar hier gespart werden.

Dem Bau eines Hauses gehen individuelle Wünsche der Bauherren voraus. Schick muss es sein. Energetisches Bauen, mit Berücksichtigung moderner Heiztechnik, PV-Anlage, etc. Die Wunschliste der Bauherren ist lang, das Budget oft kleiner als gedacht. Abstriche müssen gemacht werden, aber am Ende soll ein schickes Haus günstig dastehen.

Entsprechend umfangreich sind heutige Bau- und Leistungsbeschreibungen. Sie lesen sich wie ein hübscher, bunter Versandhauskatalog. Ausstattungsmerkmale wie Classic, Deluxe oder Luxus klingen verlockend und wecken verlangen. Die Baufirma oder Architekt verspricht. Was aber nicht dort steht. Können Baustofflieferant, Subunternehmer usw. diese Preise auch mitgehen?

Zu den seriösen Baufirmen, die diese Baumethoden beherrschen, tummeln sich auch die „Anderen“. Die es anbieten und vielleicht sogar wollen. Ein Haus schnell und dennoch kostengünstig bauen! Genau hier liegt nun aber die große Gefahr, den größten Fehler im Leben zu begehen. Bauherren sollten beim Preis der vielen Anbieter auf dem Hausbaumarkt ganz genau vergleichen! Nicht nur im Preis, sondern genau in der Besonderheit der Leistung liegen enorme Unterschiede.

Generell wird man mit alteingesessenen Firmen besser durch die Bauzeit kommen. Aber auch jungen Firmen darf die Chance gegeben werden, sich auf dem Markt zu platzieren. Viele Baufirmen bewerben mit ihren Alles-schon-drin-Preisen die bauwilligen Menschen. Doch was dahinter steht, bleibt den meisten Bauherren verborgen.

Ein Haus baut sich nicht von selbst und unterliegt sehr vielen Faktoren. Da macht neben der Region, der Ausstattungsgrad, die Architektur usw. den großen Unterschied. Im Schnitt liegt der Baupreis für ein Einfamilienhaus zwischen 1.150,- € bis 2.300,- € pro m². Selbst bei dieser Aussage kommt gleich im Anschluss die Einschränkung. Gerechnet wird mit bundesweiten Durchschnittsdaten. Regionale Schwankungen der Baupreise können nicht berücksichtigt werden. Für eine detaillierte Kostenschätzung ist eine individuelle Analyse unerlässlich.

Hinter  der – „viel Haus für wenig Geld Strategie“ – steckt ein einfaches System. Der neu akquirierte Bau zahlt den Bau, der sich bereits in der Bauphase befindet. Um den neuen Bau zu finanzieren, muss ein nächster Vertrag abgeschlossen werden. Die Baufirma steht von Beginn an unter hohem Druck und wälzt ihn auf die Subunternehmer ab.

Bei Vertragsabschluss stehen die Subunternehmer meist noch nicht mal fest. Die Ausschreibung erfolgt erst später und dort werden die Preise gedrückt. Zudem verlangen die Baufirmen die Gewerke so schnell wie möglich fertigzustellen. Ganz gleich, ob die Baufirma mit eigenen Leuten arbeitet oder Subunternehmer engagiert. Bei diesen Voraussetzungen kann nur die Qualität leiden. Baupfusch zieht ins Haus, die Mängellisten werden immer länger. Subunternehmer müssen nacharbeiten. Die Fertigstellungszeiten verlängern sich immer weiter nach hinten raus.

Auf der anderen Seite drückt der Kunde. Die Bauherren wollen und müssen in das Haus einziehen. Auch dort wachsen die Kosten schnell über deren Köpfe. Doppelte Belastungen. Miete. Bereitstellungszinsen. Zwischenfinanzierung.  Der Job in der neuen Stadt ist bereits angetreten und die Kinder in den Schulen angemeldet.

Die Leistung auf der Baustelle stimmt nicht mehr, die Mängelliste wird immer länger. Gutachter, Berater, Anwälte und der gesamte Freundes- und Familienkreis rät nicht mehr zahlen. Die Abschlagszahlungen bleiben aus, die Subunternehmer stellen die Arbeit ein. Das Kartenhaus kommt ins Wanken und bricht schließlich zusammen.

Manchen Baufirmen gelingt der schmale Spagat, weil die Substanz vorhanden ist. Die Infrastruktur stimmt. Langjährige Baustofflieferanten geben gute Preise. Subunternehmer arbeiten fest mit dem Generalunternehmer oder Architekt zusammen. Zufriedene Kunden vergeben eine gute Bewertung und Empfehlungen. Die Auftragsbücher sind voll, das Konzept passt.

Der neue Bau, trägt den Alten!

Beim Neubau sollten die Bauherren genau wissen, worauf und auf wen sie sich einlassen. Voraussetzung dafür ist ein einwandfreier Bauvertrag und -Partner. Künftige Bauherren sollten sich bei der Auswahl des richtigen Baupartners viel Zeit nehmen. Mit der nachfolgenden Checkliste erhalten Sie ein gutes Auswahlwerkzeug.

 

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Zu Teil 1 – Die Planung

Zu Teil 2 – Die Finanzierung

Zu Teil 4 – Die Bauzeit

Zu Teil 5 – Die Abnahme

 

 

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