Schluss für Gas und Öl – Wie Sie dennoch Ihren Bauantrag durch die Genehmigung bekommen

Experten schlagen bereits jetzt Alarm: 2016 werden Bauanträge reihenweise scheitern. Der deutsche Gesetzgeber macht Ernst und dreht Öl und Gas den Hahn zu. Die Energiestandards für Neubauten werden mit der neuen Energieeinsparverordnung EnEV) nochmals verschärft. Sind Sie auf die Umstellung gut vorbereitet? 

Ein großes Ziel der neuen EnEV ist, dass herkömmliche Ö- und Gaskessel in Neubauten ab 2016 nicht mehr zum Einsatz kommen. Um die Vorgaben der EnEV erfüllen zu können, ist grüne Anlagentechnik gefragt. Beschweren darf sich über die verschärften Regeln niemand. Laut einer Studie wollen 80 Prozent der Bundesbürger dem Klimawandel über CO2-Einsparungen entgegenwirken.

klimaziel_2016_B1Die Probleme sind dennoch vorprogrammiert. Marktbeobachtungen haben auch gezeigt: Viele Planer haben ihre Konzepte auf die neuen Herausforderungen gar nicht, oder nur unzureichend angepasst. Damit werden alle klassisch gestellten Bauanträge abgelehnt und zurückgewiesen wieder in den Briefkästen der Häuslebauer landen.

Welche Bauvorhaben sind betroffen

  • Alle ab dem 1. Januar 2016 oder später eingereicht Bauanträge.
  • Alle ab dem 1. Januar 2016 oder später erstatteten Bauanzeigen.
  • Für alle ab dem 1. Januar 2016 oder später beginnende Bauvorhaben, gilt der verschärfte EnEV-Standard 2016.
  • Der Bauherr verlangt von der Baubehörde, dass sie nach sein Bauvorhaben nach dem verschärften Standard beurteilen, wenn sie über den Bauantrag oder die Bauanzeige noch nicht bestandskräftig entschieden haben.

Die wichtigsten Änderungen auf einem Blick

  • Verschärfung der primärenergetischen Anforderungen (Gesamtenergieeffizienz) an neu gebaute Wohn- und Nichtwohngebäude um 25 Prozent ab 1.1.2016. Die Wärmedämmung der Gebäudehülle muss zudem im Schnitt etwa 20 Prozent besser ausgeführt werden.
  • Heizkessel, die mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden und nach dem 1.1.1985 eingebaut wurden, müssen nach 30 Jahren außer Betrieb genommen werden. Wurden die entsprechenden Heizkessel vor 1985 eingebaut, dürfen diese schon ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Ausnahmen gelten für Niedertemperatur- und Brennwertkessel sowie für bestimmte selbstnutzende Ein- und Zweifamilienhausbesitzer.
  • Für den Gebäudebestand sind darüber hinaus keine wesentlichen Verschärfungen vorgesehen.
  • Neuskalierung des Bandtachos im Energieausweis für Wohngebäude bis 250 kWh/(m²a) und Stärkung der Modernisierungsempfehlungen. Der Bandtacho wird zusätzlich durch Energieeffizienzklassen von A+ bis H ergänzt.
  • Verkäufer und Vermieter von Immobilien sind künftig verpflichtet, den Energieausweis an Käufer bzw. Mieter zu übergeben. Der Energieausweis muss bereits bei der Besichtigung vorgelegt werden.
  • Energetische Kennwerte (Endenergie) müssen künftig im Falle des Verkaufs oder der Vermietung in Immobilienanzeigen angegeben werden. Liegt ein Energieausweis mit Energieeffizienzklasse vor, muss die entsprechende Einstufung auch veröffentlicht werden.
  • Erweiterung der Aushangpflicht für Energieausweise (gilt für öffentliche Gebäude mit starkem Publikumsverkehr ab 250 m² Nutzfläche und entsprechende private Gebäude ab 500 m² Nutzfläche).
  • Senkung des Primärenergiefaktors von Strom auf 2,4 und ab 2016 auf 1,8.
  • Einführung von Stichprobenkontrollen für Energieausweise.
  • Einführung eines Kontrollsystems für Inspektionsberichte von Klimaanlagen.

Die Neufassung der EnEV setzt die Europäische Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden sowie verschiedene Beschlüsse der Bundesregierung zur Energiewende um.

 

 

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