Mauerwerk und Putz im Winter

Das Arbeiten bei Frost ist für alle Arten von Stein, Mörtel und Beton grundsätzlich kritisch. Temperaturen unter 5 Grad Celsius binden Zement und Kalk nicht mehr ab. Der Mörtel kann nicht mehr durchhärten, sondern trocknet nur aus. Bauherren sollten hier noch Geduld haben.

Technisch möglich ist ein Mauern bei Temperaturen unter +5 Grad. Allerdings rechtfertigt sich der Aufwand für Abdeckungen mit evtl. Wärmedämmschichten usw. nur selten. Man kann den anhaltenden Frosttemperaturen entgegen wirken, indem die Baustoffe warm gelagert werden und dem Mörtel ein Erhärtungsbeschleuniger zugesetzt wird. Nach der Arbeit muss das frische Mauerwerk unbedingt abdeckt werden.

Sollten alle Vorkehrungen keine Wirkung zeigen und das frische Mauerwerk letztlich doch einfrieren, darf auf keinen Fall weitergemauert werden. Durch Frost oder andere Witterungsbedingte beschädigte Teile müssen wieder abgetragen werden.

Wann „Frost“ im Sinne der DIN 1053-1 vorliegt, lässt sich nicht durch Ablesen des Thermometers ermitteln.

Folgende Kriterien sind einzuhalten:

  • gefrorene Baustoffe dürfen nicht eingesetzt werden
  • auf gefrorenem Untergrund darf nicht gemauert werden
  • frisches Mauerwerk ist vor Frost zu schützen

Von vielen Mörtelherstellern werden Wintermörtel angeboten, die sich auch bei niedrigen Temperaturen verarbeiten lassen. Schutzmaßnahmen und sonstige vorbereitende Arbeiten für das Mauerwerk und die zu verarbeitenden Mauersteine gelten allerdings auch bei Verwendung dieser Mörtel. Selbst die Gefahr über einen Abriss der beschädigten Teile ist auch hier nicht auszuschließen.

Bauherren sollten darauf achten, dass das Mauern bei Frost nach DIN 18330 grundsätzlich der Zustimmung des Auftraggebers bedarf. Ebenso müssen nach DIN 1053-1 besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden.

 

 Gleiches gilt für den Außenputz

Bei den meisten Putzen und Mörtelgruppen liegt die Verarbeitungsgrenze ebenfalls bei + 5 Grad C. Bei zu kalten Temperaturen neigt der Außenputz zum Sanden. Es kann unter anderem zu Rissbildungen kommen. Bei festgestellten Haarrissen, sollte mit dem Putzer dahingehend verhandelt werden, dass eine rissfüllende Farbe als Egalisierungsanstrich verwendet werden wird.

Wenn die Außenputzarbeiten unbedingt sein müssen, dann sollte die Fassade abgehängt werden. Zusätzlich wird empfohlen, Bauheizer oder Gasheizer aufzustellen, die das Mauerwerk vorheizen. Weiterhin sollte der Putz warm gelagerten sein und mit heißem Wasser angerührt werden. Auch hier gilt, wie beim Maurern nach dem Verputzen die frische Fassade weiterhin vor Kälte zu schützen.

Dann sollte es funktionieren. Eine Gewährleistung dafür gibt es allerdings nicht. Von daher sollten auch diese Arbeiten so lange ruhen, bis die Temperaturen ansteigen.

 

Bemerkung

Risse im Putz sind nicht unbedingt ein Mangel. z.B. Schwind- oder Trocknungsrisse sind bei dünnlagigen Oberputzen immer vorhanden.

„Risse“ die durch Frost verursacht sind sehen eigentlich aus wie „Eiskristalle“.

Lassen Sie im Zweifel einen Sachverständigen nachsehen, bevor Sie das Gewerk mängelfrei abnehmen!

 

 

 

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3 Gedanken zu „Mauerwerk und Putz im Winter

  1. Vielen Dank für den tollen Blog. Momentan sind wir dabei unserem Haus einen neuen Anstrich zu verpassen. Wir sind kurz davor den Außenputz anzubringen, doch schwanken immer noch zwischen zwei Farbtönen. Bei der Sockelfarbe hätten wir uns für „Palazzo“ entschieden. Glücklicherweise findet man im Internet genug Inspiration.

  2. Hi, top artikel gefällt mir gut! Wir sind derzeit dran unser eigenes Haus zu planen und überlegen noch wann wir nächstes Jahr starten sollen. Ich hoffe wir schaffen es vor dem Winter 2017/18!

    Gruß
    Peter

    1. Hallo künftige Bauherren,
      wir wünschen Euch ganz viel Freude bei der Umsetzung der vielen Ideen und Wünsche. Vor allem Erfolg und wird drücken die Daumen für ein Weihnachten 2017 im eigenen Haus 🙂
      Schaut Euch gerne weiter bei uns um. Vielleicht findet Ihr noch den einen oder anderen Tipp.
      Viele Grüße von den ehemaligen Bauherren

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