Hausbau – Recht & Verträge

Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden steht bei vielen ganz oben in der Lebensplanung. Im Vergleich dem Septembermonat 2012 zu 2013 sind es +5,6 % mehr Baugenehmigungen. Das eigene Haus mit Garten erfreut sich wachsender Wertschätzung. Demgegenüber steht eine andere erschreckende Zahl. 97 Prozent der Standardverträge am Bau sind Mangelhaft. 

Fallstricke-BauvertragNach einer Studie vom Verband Privater Bauherren (VBP) wurde für 2012 festgestellt. 97 Prozent der Standardverträge sind Mangelhaft. Bauherren müssen sich neben dem Hausbau, auch noch mit einer Flut von Verträgen befassen. Vielen fehlt die Rechtssicherheit. Teilweise werden lückenhafte Verträge unterschrieben, deren böses Erwachen erst später kommt. Zum Vertragswerk im Hausbau zählt neben dem Werkvertrag auch die Baubeschreibung. Dort steht  wie das künftige Eigenheim gebaut wird.

An einem Bau- Sanierungsprojekt sind viele Parteien beteiligt. Von der Baufirma, den Baustoffhändler bis zum letzten Handwerker tummeln sich viele am Bau. Überall können sich Planungs-, Kommunikations-, oder schlichte Ausführungsfehler einschleichen. Die haben zur Folge, dass die Kosten eines Projekts dramatisch aus dem Ruder laufen können.

Pfusch am Bau geistert leider nicht nur durch die Medien, sondern auch über jede Baustelle. Studien zufolge ist in Deutschland jeder Neubau mit durchschnittlich 21 Mängeln versehen. Dies ist eine bedrückende Steigerung zu den Zahlen aus dem letzten Jahr. Nach dem Statistischen Bundesamt endeten mehr als 40.000 Baustreitigkeiten vor Gericht. Davon ist bei 10 Prozent ein Schaden von über 50.000 Euro entstanden.

Baurechtsstreitigkeiten

Vieles kann umgegangen werden, wenn gleich zu Beginn die Fehler minimiert werden. Diese beginnen in den Vertragswerken. Viele Probleme lassen sich vermeiden, wenn der Bauherr Wert auf einen ausführlichen Vertrag legt. In den Werkvertrag und in die Leistungsbeschreibung gehören eindeutige Regelungen. Dazu klare Formulierungen und ein entsprechender Leistungskatalog.  Je ausführlicher die Beschreibung ist, desto weniger Diskussionen entstehen.

Welche Baustoffe werden verwendet und in welcher Ausstattung wird gebaut? Wer kümmert sich um die Absicherung der Baustelle? Wann ist der Baubeginn? Wie lange ist die Bauzeit und wann der Fertigstellungstermin? Wie sieht der Zahlungsplan aus? Dies sind nur wenige Beispiele auf die in den Vertragswerken besonders geschaut werden muss.

Bauherren sollten wenig Spielraum zu teuren Nachbesserungen zulassen. Einen hundertprozentigen Schutz wird allerdings niemand finden. Er sollte allerdings angemessen erreicht werden. Wichtig ist, während der Bauphase jeden Schritt zu dokumentieren. Jeden Mangel unverzüglich anzuzeigen und dabei jede Vereinbarung schriftlich festhalten. Im Zweifel sollten unabhängige Fachleute hinzugezogen werden.

 

 

 

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