Faqs / Warum reagieren Baufirmen unwirsch bei Prüfung der Verträge durch einen Anwalt?

Frage: Reagieren die Verhandlungspartner immer so unwirsch, wenn man dort nicht den erstbesten Vertrag unterschreibt? Wir saßen bei einem Baupartner dessen Hausvertrag wir vom VPB (Verband Privater Bauherren) prüfen lassen haben. Der reagierte darauf sehr beleidigt und zweifelte anschließend die Kompetenz des VPB an. Anschließend waren wir bei einem freien Architekten, dessen Vertrag wir ebenfalls prüfen ließen. Der reagierte auf Änderungswüsche auch mit dem Vorwurf fehlenden Vertrauens und es hätte bei ihm noch nie Probleme gegeben.

Antwort: Sehr viele Baupartner fühlen sich in ihrer Kompetenz angegriffen. Dem Bauherrn gegenüber die Kompetenz eines Verbandes anzweifeln, der für die Bauherren da ist, gibt jedoch zu denken. Allerdings ist auch dieses Normalität, womit sich die Bauherren nicht übermäßig beschäftigen sollten. Jeder möchte Geld verdienen und das mit einem möglichst geringen Aufwand. Kosten und Leistung müssen sich für die Baufirmen rechnen. Jeder Baupartner ist ein Wirtschaftsunternehmen, was sich Bauherren immer vor Augen führen sollten. Genauso wird der gegenübersitzende Vertragspartner verhandeln.

Ein Vertrag muss für beide Parteien stimmig sein. Der Anbieter (Baupartner) muss und soll damit Geld verdienen können. Die Bauherren müssen damit gut schlafen können. Es gibt genügend Vertragspartner, die genau diesen Weg mitgehen werden. Wir raten aus eigenen Erfahrungen immer dazu den Vertrag und die Bau-/Leistungsbeschreibung von Fachanwälten prüfen zu lassen.

Auch die Kooperationsbereitschaft in dieser Hinsicht zeigt, wie vertrauenswürdig der Vertragspartner ist. Geht er darauf nicht ein, oder sträubt sich, hat er meistens etwas zu verstecken.

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