Erfahrung mit der Nibe F 750

Unsere Wärmepumpe, Nibe F 750, wurde im letzten Jahr vor dem Winter aufgestellt. Sie hat nun bereits einige Betriebsstunden hinter sich gebracht und wir konnten uns mit ihr ein wenig anfreunden und auseinandersetzen. Im ersten Teil berichten wir heute über die ersten Erfahrungen mit unserer Wärmepumpe.

Wer bisher Öl- oder Gasheizungen gewohnt war, kann sich hier völlig umstellen. Unsere Heizung ist eine Abluft-Wärme-Pumpe. Kurz erklärt funktioniert diese, wie ein Kühlschrank, nur andersherum. Sie produziert aus der Umgebungsluft keine kalte, sondern warme Luft.

rohrsystemMit dem Slogan: „Lüftung, und damit eine hygienisch einwandfreie Raumluft, ist eine Grundvoraussetzung für gesundes Wohnen“, wirbt der Hersteller auf seiner Webseite.

Wer heute sein Haus nach der neuen Energieverordnung baut, dabei Wert auf erneuerbare Energien setzt und obendrein noch bei der Bewirtschaftung der eigenen vier Wände viel Geld sparen möchte, kommt nicht umher seine Gebäudehülle nach Außen abzuschotten. Dies geschieht zum einen durch die statisch relevanten Außenwände mit einem entsprechenden Material (Stein usw.) und einer vorher ermittelten Wärmedämmung.

Sämtliche Wärmelecks, von der Gebäudehülle, über das Dach bis zu Fenster und Türen, werden durch effektive Wärmedämmung abgedichtet. Dämmplatten von außen, Dampfsperren und Dämmmaterial von oben (Dach) und Abdichtung der Bodenplatte von unten. Problem dabei ist, das mit dieser dichten Bauweise kaum noch ein Luftaustauch möglich ist. Um diesen zu ermöglichen, müssten Fenster und Türen wieder geöffnet werden, wodurch das Niedrigenergiehaus-Konzept keinen Sinn mehr ergeben würde. Die Lösung liegt nun in einer kontrollierten Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung.

 

Und hier beginnt die Nibe F 750

Unsere Wärmepumpe wurde im Spätherbst 2012 eingebaut, angeschlossen und in Betrieb genommen. Ausgelegt ist diese als Fußbodenheizung. Nach dem gießen des Estrichs wurde ein sogenanntes Estrichtrockenprogramm gefahren. In kleinen Schritten hat die Heizung unseren Estrich von unten her getrocknet. Nach ca. drei Wochen war dieser so durchgetrocknet, dass der Oberboden ohne Probleme verlegt werden konnte.

Im nächsten Schritt wurde die Heizung in Dauerbetrieb genommen. Die letzte Feuchtigkeit verschwand, mit Hilfe der automatischen Be- und Entlüftung, relativ schnell aus dem Haus. Relativ, da bei uns leider die Dämmung und Abdichtung noch nicht vollendet war. Besser gesagt ist diese bis heute noch nicht vollständig. Darüber haben wir in vergangenen Berichten geschrieben.

Trotz guter Wärmepumpe und mit Hilfe der Lüftungsanlage haben wir zusätzlich noch für eine manuelle Lüftung gesorgt. An trockenen und windigen Tagen die Fenster für 5 – 10 Minuten geöffnet und damit für ordentlich Durchzug gesorgt. Diese Vorgehensweise haben wir in mehreren Foren nachgelesen und befreundete Bau-Fachleute dazu befragt. Nach Meinung aller, und nun auch unser eigenen Erfahrung, wohl der beste und schnellste Weg. Damit konnten wir den Bau recht schnell trocken ziehen. Zumindest soweit, dass wir mit den Innenarbeiten beginnen konnten.

 

Erstes Fazit

Auf unsere Lüftungs- und Heizungsanlage waren wir von Beginn an sehr gespannt und können bis jetzt auch nur positiv darüber berichten. Die Menüführung an der Anlage ist relativ selbsterklärend. An manchen Stellschrauben sollte nicht zu sehr herum gedreht werden, da sonst die Pumpe gegen sich arbeitet. Es gibt eine sogenannte Heizkurve, die als solche auch erhalten bleiben sollte. Als Kurve! Aus der Außen- und Innentemperatur wird damit die Wärme im Haus gesteuert. Darauf werden wir später noch genauer eingehen, da auch wir hier zunächst noch unsere Erfahrungen sammeln möchten. Weiterhin kommen wir im nächsten Bericht über die Nibe F 750 auch auf die Wärmerückgewinnung zu sprechen und wie sich diese auswirkt.

Damit die Anlage nicht auf Dauerbetrieb läuft und somit ohne Ende Strom verbraucht, kann eine Zeitsteuerung hinterlegt werden. Diese schaltet die Pumpe zu bestimmten Uhrzeiten an und wieder aus. Für das Brauchwasser lässt sich eine solche Zeitsteuerung ebenfalls realisieren. Alles recht schnell und einfach über das Display. Leider kein Touch. Hier wäre vielleicht vom Hersteller eine Modernisierung fällig. Weiterhin kann die Anlage nicht über den PC oder dergleichen gesteuert werden. Unsere läuft zwar innerhalb der Hausautomatisierung und kann darüber auch bedient werden. Allerdings steuern wir hier auch nur den Zu- und Abfluss der Fußbodenheizung. Nicht die Pumpe selbst.

Die Lüftungsanlage rauscht ein wenig, wenn sie vom Sleepmodus in Normalbetrieb wechselt. Hinzu kommt, dass unsere Pumpe im Hochbetrieb ordentlich brummt. Da wir keinen Keller haben, sondern der Hauswirtschaftsraum im EG ist, stört dieses manchmal. Laut Aussage unseres Bauträgers Mohrmann und Hoffrogge ist das nicht normal und wird von einem Nibe-Servicetechniker demnächst überprüft. Auch wird die gesamte Anlage von ihm nochmals getestet und genauer eingestellt. Darüber bekommen wir ebenfalls eine Einweisung. Später dazu mehr.

 

 

 

9 votes

5 Gedanken zu „Erfahrung mit der Nibe F 750

  1. Wir haben seit 3 Jahren eine Wärmepumpe mit Zwangsbelüftung. Die Raumluft ist extrem trocken, teilweise unter 30 %. Ob das durch die ständige Luftumwälzung kommt wissen wir nicht. Ich habe auf jeden Fall große Probleme mit der Lunge seit Beginn diesen Jahres.

  2. Hallo, kure Frage zum Lüftungskonzot. Verstehe ich das richtig, dass Sie das Modul SAM40 hinzugenommen haben. Aber dennoch denzentrale Lüftungsöffnungen in den Wänden haben, wie in der Skizze. Damit hat das Modul keinen luft-Kreuzstromwärmetauscher, richtig? Es ist damit keine direkte WRG, einheit?

    1. Hallo, nein. Das Schaubild ist etwas unglücklich gewählt. Das Modul SAM40 ist bei uns installiert, inkl. der WRG. Es ist somit eine komplette Einheit und funktioniert wunderbar. Die warme Luft wird bei uns in den Bädern und Küche gewonnen und in die Anlage zurückgeführt.

Kommentar verfassen