Die Bau- und Leistungsbeschreibung

Die Bau- und Leistungsbeschreibung ist neben dem Bau(Werk-)vertrag das Wichtigste im Hausbau. Deren Inhalt ist eine detaillierte Beschreibung des zu errichtenden Gebäudes. Dabei werden die Bauausführung, sowie die Baumaterialien beschrieben und aufgelistet. Nur was dort steht, muss der Unternehmer liefern und leisten. Nicht mehr und nicht weniger.

Bauherren sind gut daran beraten die Baubeschreibung mehr als ernst zu nehmen. Sie ist die Grundlage eventueller Streitbarkeiten mit der Baufirma. Dort steht aufgelistet, wie und mit welchen Materialien die technische Leistung ausgeführt wird. Das Einfache durchlesen reicht nicht aus. Lassen Sie diese von einem Fachanwalt und Sachverständigen genauestens prüfen.

Oder wissen Sie welche Bedeutung die Formulierung „Bodenhaushub zur eigenen Verwendung.“ hat? Hier ist lediglich die Baufirma aus seiner Verpflichtung. Der Bauherr muss anschließend für den Abtransport und der Entsorgung aufkommen. Ein mitunter teures Unterfangen. Ein Bagger muss her und mehre Ladungen Erde müssen mit einem LKW abtransportiert werden. Hinzu kommt die Entsorgung selbst. So ein Spaß kann bis zu 7.000,- Euro und mehr kosten.

Ebenso findet sich auch gerne dieser Passus in den Vertragstexten. „Erdarbeiten bauseits“. Für den Laien sieht dies nach einer typischen Aufgabe für die Baufirma aus. In Wirklichkeit hat auch hier der Bauherr selbst die Kosten zu tragen.

Ebenfalls lesen wir oft; „Badarmaturen werden im Design Hans Grohe oder vergleichbar verbaut.“ Vergleichbar ist auf den ersten Blick ein hübsches Wort. Doch wer legt fest, was vergleichbar ist? Unterschreiben Sie das, kann der Unternehmer einbauen was er will. Bestehen Sie bei wesentlichen Elementen (Fenster, Bodenbelag, Badeinrichtung, Heizungsanlage) auf Hersteller, Fabrikat, Typ und Farbe der Produkte. Neben der Ausführung auch die Preise aufführen. Sollte die Baufirma dann etwas anderes einbauen, hat sie vor Gericht schlechte Karten.

 

Wischi-Waschi-Text

Auch schwammige Begriffe und Darstellungen sollten Bauherren nicht akzeptieren. Ausdrücke wie „erstklassig“, „hochwertig“, „haltbar“, „belastbar“ oder „energiesparend“ sind keine sachlich genauen Beschreibungen. Sie bilden keine Grundlage dafür, ggfs. entsprechende Leistungen vor Gericht einzuklagen.

vallen-Immo-klHinzu kommen Baubeschreibungen, die Individuell auf Wunsch erstellt werden. Dieses sind mehr als unseriöse Lockangebote und mit Vorsicht zu genießen.

„Ausführung nach der DIN-Norm“, „Ausführung nach Statik“ können Sie ebenfalls vergessen. Sie legen keine besonders guten Standards dar. Hierüber wird lediglich die vorgegebene Mindestanforderung zum Ausdruck gebracht. Und diese müssen nicht immer dem aktuellen Stand der Technik entsprechen. Ebenfalls nachteilig sind sogenannte Änderungsvorbehalte. Die Baufirma behält sich damit vor von den Plänen abweichen zu können.

Über den Mindeststandard hinausgehende Qualität bietet die Baufirma bei dieser Formulierung: Ausführung nach den „anerkannten Regeln der Technik“ oder „anerkannten Regeln der Baukunst“. Da wird der Schlaf der Bauherren schon ruhiger.

 

Wesentliche Inhalte der Bau- und Leistungsbeschreibung:

  • Haustyp
  • Bauweise
  • Dachform
  • Energienutzung
  • alle technischen Einbauten
  • ebenerdiger Zugang
  • barrierefreie Nutzung des Hauses.

Die Baubeschreibung regelt auch,  wer für die Trocknung des Baus zuständig ist. Oder dem Schutz von Bau und Materialien im Winter. Hier kann das „Kleingedruckte“ bereits viel Geld kosten.

 

Genaues Prüfen vor Vertragsunterzeichnung

Formulierung und Umfang der Baubeschreibung ist das 1 x 1 im Hausbau. Sie ist Bestandteil des Werkvertrages und regelt sämtliche Rechte und Pflichten. Über die Hälfte aller Baubeschreibungen sind lückenhaft. Gerne werden hier Kosten für die Bauherren versteckt, die später das komplette Budget auseinanderreißen können. Achten Sie auf die Formulierungen im Text und schauen Sie sich sämtliche Kosten, auch die Baunebenkosten, genau an.

Um fahrlässigen Fehlern vorzubeugen, lohnt sich eine Prüfung der Leistungs- und Baubeschreibung.  Ob beim Bauherrenschutzbund oder bei den Verbraucherzentralen. Für wenig Geld erhalten Sie eine genaue Prüfung samt Korrektur, die jede Beschreibung wasserdicht macht. Wer ganz ruhig schlafen möchte, lässt den Vertrag von einem Fachanwalt im Baurecht prüfen. Zudem ebenfalls den Werkvertrag prüfen lassen.

 

 

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