Bauwirtschaft – Neues in 2014

Für 28 % der Haushalte ist der Traum vom Eigenheim bereits Realität. Für 2014 wird ein weiteres Wachstum der Bauwirtschaft von 2,5 % erwartet. Aber nicht nur die Zahlen ändern sich, sondern auch so einiges für den Bauherrn. Eine neue Energieeinsparverordnung und steigende Grunderwerbssteuer sind da. Auch für Investoren ändert sich was.

Jeder vierte Haushalt in Deutschland hat sich bereits den Traum vom Eigenheim erfüllt. Damit blickt die Bauwirtschaft auch 2014 optimistisch nach vorne. Bereits im letzten Jahr stiegen die Zahlen stetig nach oben. Für 2014 wird nun ein weiteres Umsatzplus von 2,5 % erwartet. In Zahlen ausgedrückt ist dies eine Umsatzentwicklung auf 216 Mrd. Euro. Somit wird auch die Zahl der Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft bei 2,5 Mio. stabil bleiben.

Vor allem im Wohnungsbau spielt das prognostizierte Umsatzwachstum eine Rolle. Im Neubaubereich wurden im September 2013 rund 20.000 Wohneinheiten mehr genehmigt. Ein auffallender Anstieg liegt im Mehrfamilienhausbereich mit einem plus von 17.000 Wohnungen. Besonders in Ballungsgebieten zeigt sich deutlich ein hoher Bedarf an Wohnungen. Vor allem Investoren sollten diese Zahlen fröhlich stimmen. Die Bauindustrie fordert dazu verbesserte Rahmenbedingungen für den Mietwohnungsbau.

Gefordert wird unter anderem die Verdopplung der Afa von 2 % auf 4 %. Eine Mietpreisbremse dagegen lehnen Verbände der Bauwirtschaft strikt ab. Damit würde die Gefahr bestehen, dass notwendige Investitionen verhindert würden.  Wohnungsknappheit und steigende Mieten, bekämpft man nicht mit Bremsaktionen. Vielmehr sollen steuerliche Anreize, den Investoren den Weg ebnen.

Die große Koalition plant dazu die Wiederbelebung der degressiven Abschreibung für den Mietwohnungsneubau. Damit können Investoren einen höheren Anteil ihrer Aufwendungen steuerlich geltend machen. Dies zumindest in den ersten Jahren. Außerdem soll eine verbesserte Steuerförderung für energetische Gebäudesanierung erfolgen. Doch Vorsicht bei Altbeständen! Nicht immer lohnt sich eine solche Sanierung. Insbesondere bei den Bestandimmobilien aus den 50er bis 70er Jahren muss geprüft werden. Hier könnte der Abriss und Neubau lohnender sein.

Aktuelle Zahlen:

WIESBADEN – Im Januar 2014 sind die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe im Vergleich zum Januar 2013 preisbereinigt um 10,6 % gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, nahm die Baunachfrage im Hochbau um 15,0 % und im Tiefbau um 5,2 % zu.

Der Gesamtumsatz im Bauhauptgewerbe belief sich im Januar 2014 auf rund 4,8 Milliarden Euro und stieg damit gegenüber Januar 2013 um 21,7 %. Ende Januar 2014 waren in den Betrieben des Hoch- und Tiefbaus 721 000 Personen tätig. Das waren knapp 7 000 Personen mehr als ein Jahr zuvor (+ 0,9 %).
Quelle: Statistisches Bundesamt

 

Das ändert sich für die Bauherren in 2014

Womit wir nun eine schöne Überleitung zu den nächsten Änderungen haben. Neben allen erfreulich steigenden Entwicklungen, steigen leider auch die Kosten. Bauherren und Hauskäufer müssen künftig mehr in ihr Budget einplanen als bisher. Die Energieeinsparverordnung ändert sich ab Mai 2014. Zudem kommen ab 2016 schärfe Neubauregelungen dazu.

Für Neubauten soll ab 2016 der zulässige Jahresenergiebedarf um 25 % sinken. Die Anforderung an der Wärmedämmung der Gebäudehülle wird ebenfalls um 20 % angehoben. So erfreulich dies zunächst klingen mag. Die Verschärfung der energetischen Anforderungen bedeuten auch höhere Baukosten.

Neben dem Energieausweis wird nun die Angabe der energetischen Kennwerte zur Pflicht. Wie bei Elektrogeräten wurden dazu Energieeffizienzklassen geschaffen. Potenzielle Käufer und Mieter erkennen daran den Energiebedarf des Objektes. Die Pflicht zur Klassifizierung betrifft nur Gebäude, die nach deren Einführung erstellt wurden.

Für Anbieter oder Vermittler von Wohnraum ist folgendes wichtig. Bisher musste der Energieausweis lediglich zugänglich gemacht werden. Nun besteht die Pflicht, dass dieser den Käufern oder Mietern ausgehändigt werden muss. Dies bereits zum Zeitpunkt der Besichtigung.

 

Was hat sich noch getan?

Wer heute kauft, darf ab dem 1. Januar auch höhere Grunderwerbssteuern zahlen. Dies betrifft Schleswig-Holstein (6,5 %), Berlin (6 %), Bremen, und Niedersachsen (je 5 %). Die anderen Bundesländer dürften sich nicht zu lange freuen. Bereits in Hessen ist für 2015 eine Erhöhung auf sechs Prozent geplant. Wie die Vergangenheit zeigte, dürfte der Rest ebenfalls nachrücken.

Neben allem rauf gibt es auch runter zu vermelden. Allerdings wenig erfreuliche Kürzungen.

 

Änderungen auf dem Photovoltaik-Markt

Die Einspeisevergütung für PV-Anlagen wird nach dem EEG (Erneuerbare Energie Gesetz) monatlich angepasst. Vom 1. November 2013 bis zum 1. Januar 2014 sanken diese jeweils zum Monatsersten um 1,4 %. Im Ergebnis bewegt sich die Vergütung für PV-Anlagen wie folgt:

Im November zwischen 14,07 Cent/kWh für kleine Anlagen bis 10 kW. 9,74 Cent/kWh für große Anlagen bis 10 MW.

Diese Sätze reduzierten sich bis Januar 2014 weiter auf 13,68 Cent/kWh für Kleinanlagen bis 10 kW. 9,47 Cent/kWh für große Anlagen bis 10 MW.

Die Tarife für die Monate Februar, März und April 2014 werden Ende Januar 2014 bekannt gegeben.

Zum auf und ab gesellt sich noch eine erfreuliche Nachricht:

Die KfW-Bankengruppe meldet, dass das Solarspeicher-Förderprogramm noch nicht ausgeschöpft ist. Seit Mai 2013 werden Batteriespeicher für PV-Anlagen bis 30 kW Leistung bezuschusst. Bis Ende September 2013 hat die KfW gut 1.700 Anträge bewilligt. Bis zu 600 Euro pro kW Solaranlagenleistung gibt es, bei Anschluss an eine neue Anlage. Bis zu 660 Euro pro kW gibt es für das Nachrüsten. Hierbei muss die Anlage ab Januar 2013 in Betrieb gegangen sein.

 

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Quelle der statistischen Zahlen: Bundesvereinigung Bauwirtschaft, Statistisches Bundesamt

 

 

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