Bauland per Definition

Für jeden Bauherren steht unweigerlich der Grundstückskauf am Anfang seines Lebensprojektes. Damit es dort nicht gleich ein böses Erwachen gibt, hier die wichtigsten Anmerkungen worauf Sie dabei achten sollten. Als erstes ist zu klären, in welchem Erschließungszustand sich Ihr zukünftiger Grund und Boden befindet. Die Palette reicht von unerschlossen, über teilerschlossen bis vollerschlossen.

Bei den Definitionen gehen nicht nur die Preise auseinander, sondern hier hängen auch weitere Kosten und/oder Verpflichtungen dran. Wann wir von einem erschlossenen Grundstück sprechen dürfen, ist im Baugesetzbuch sehr genau definiert. Voll erschlossen ist ein Grundstück, wenn die Medien (Wasser- und Abwasserleitungen sowie Strom- und Gasleitungen) am Grundstück liegen und deren Anbindung an das öffentliche Straßennetz gewährleistet ist.

baulandperdefDies bedeutet nicht, was viele denken, das die Leitungen bereits auf dem Grundstück liegen. In manchen Gemeinden spricht man bereits von einem erschlossenen Grundstück, sobald die Anbindungsmöglichkeiten in einer Entfernung von bis zu 150 Meter von der Grundstücksgrenze entfernt liegen. Zu den grundlegenden Erschließungselementen, ohne die keine Baugenehmigung erteilt wird, gesellen sich zusätzlich noch weitere Leitungen, die nicht immer zwingend notwendig sind. Dazu gehören die Telekommunikationsleitungen (Telefon, Kabel-TV, Internet etc.), Gas und evtl. Fernwärmeleitungen. Hier ist die Versorgung regional unterschiedlich und unterliegt wirtschaftlichen Faktoren der entsprechenden Anbieter. Für die Bauherren bedeutet dies, dass solche Leitungen nicht zwingend vorhanden sind und auch kein Anrecht darauf besteht. Nichts desto trotz müssen die grundlegenden Erschließungsmaßnahmen durchgeführt werden und alles weitere sollte, sofern es benötigt wird, mit in die Kostenplanung einbezogen werden.

Nicht nur die Leitungen sind Teil der Definition eines erschlossenen Grundstückes. Oftmals werden die Straßenanbindungen und deren Zustand vergessen. Dies kann während der Bauphase zu unangenehmen Überraschungen führen, sobald der Bescheid ihrer Gemeinde über Straßenbaumaßnahmen im Briefkasten liegt. Solche Schreiben ziehen gewisse Rechnungen hinter sich her, die je nach Gemeinde und Aufwand der Baumaßnahme recht hoch ausfallen können.

Die Erschließung ist Sache der Gemeinde. Informieren Sie sich also vor dem Kauf über den Erschließungszustand und lassen ihn von dort bestätigen. Oft reicht eine Mail an die Gemeinde mit der entsprechenden Flurnummer vom Grundstück.

 

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Ein Gedanke zu „Bauland per Definition

  1. das mit dem Erschließungszustand ist wohl nicht ganz so einfach, wer stellt zu einem gewissen Zeitpunkt fest, wie der tatsächliche Zustand ist? Wir haben als erste im Baugebiet ein Erbbaurecht erworben, für die künftige Ersterschließung verpflichteten wir uns im Notarvertrag, einen Beitrag an den Erschließungsträger zu leisten. Der erste Spatenstich für die Erschließung wurde erst kurz zuvor gemacht, das Finanzamt wertete das Grundstück daraufhin als erschlossen und so haben wir auch noch Grunderwerbsteuer auf die Erschließung dafür bezahlt.
    4 Jahre später erklärte die Stadt im Grundsteuerverfahren die wesentlichen Erschließungsanlagen des Baugebiets als an die Stadt übergeben. Welche Behörde stellt denn nun verbindlich den Grundstückszustand „erschlossen“ fest ?

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