Akustische Gestaltung von Räumen

Unter dem Begriff Akustik versteht man die Lehre vom Schall und dessen Ausbreitung. Die Akustik dient als Oberbegriff für eine Vielzahl von unterschiedlichen Arbeitsgebieten, beispielsweise findet dieser Begriff in der Physik, Thermoakustik, Lärmforschung, Fahrzeugakustik und vieles mehr Verwendung.

Eines dieser Arbeitsgebiete ist u. A. die Raumakustik. Die Raumakustik oder auch Bauakustik beschäftigt sich damit, wie sich die baulichen Gegebenheiten eines Raumes auf die in ihm stattfindenden Schallereignisse auswirken. Hierbei spielen das menschliche Gehör, Besonderheiten der Sprachwahrnehmung sowie die subjektiven Hörgewohnheiten des Individuums eine große Rolle.

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Was bedeutet dies für die akustische Gestaltung eines Raumes?

Diverse Baumaßnahmen sollen dafür sorgen, dass die Schallausbreitung innerhalb eines Raumes positiv beeinflusst bzw. optimiert wird. Dies kann u. A. dadurch erreicht werden, dass beim Bau bereits vermieden wird, akustisch „harte“ Materialien, wie glatte Kunststoffe, Beton und Glas, zu verwenden. Denn durch die Verbauung „harter“ Materialien entsteht eine lange Nachhallzeit. Diese wird als unangenehm und ablenkend empfunden. Um eine lange Nachhallzeit zu vermeiden, bietet der Markt mittlerweile eine enorme Bandbreite an Materialien. Hierzu zählen Stellwände, Deckenpaneele sowie raumbildende Deckenkörper uvm.

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Des Weiteren ist relevant, um welche Art von Räumen es sich handelt. So muss man zwischen verschiedenen Räumen unterscheiden:

In Unterrichtsräumen, Vorlesungssälen und Theatern muss möglichst eine hohe Sprachverständlichkeit zwingend vorhanden sein. Das heißt wiederum, dass der Anteil des Direktschalls sehr hoch sein sollte. Um diesen Effekt zu erzeugen, sollte der Raum so wenig raumakustisch nachteilige Absorptionsflächen wie möglich aufweisen. Teppichböden sowie textile Wandbekleidungen müssen am besten komplett entfernt und durch schallreflektierende Oberflächen, wie Gipskarton und Parkett, ersetzt werden.

Das genaue Gegenteil hiervon sind beispielsweise Tonstudios. Der Raum muss so reflexionsarm wie möglich sein und der aufgenommene Klang darf nur vom Direktschall bestimmt werden. Hierzu ist es hilfreich, die Decken und Wände mit Absorbermaterial, in der Regel Glas- und Mineralwolle, zu verkleiden. Diese Materialien wandeln die Schallenergie in Wärmeenergie um.

Anders verhält es sich bei Konzertsälen. Bei diesen Räumen ist das Ziel, ein möglichst räumliches Musikerlebnis zu konstruieren. Der Anteil des Direktschalls sollte gegenüber dem Anteil von Reflexionen ungefähr gleich sein. Die Musik soll klar wahrgenommen, allerdings soll der räumliche Eindruck nicht gemindert werden. Die Reflexionen müssen gleichmäßig im Raum verteilt sein. Dies erreicht man beispielsweise durch die elektroakustische Beschallung durch Lautsprecher.

Autor: Felix Busch

 

 

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